Badenova Stadtlauf Offenburg 2011

Submitted by steffen on So, 05/08/2011 - 14:01
Badenova Stadtlauf Offenburg 2011 (Foto: © C. Mehlich)

Mein Laufbericht vom Badenova Stadtlauf 2011 in Offenburg

Es sollte der bisher wärmste Tag im Jahr werden. Es wurde der bisher wärmste Tag im Jahr. Die quälende Frage vom Vorjahr - Langarm oder Kurzarm - stellte sich heuer erst gar nicht. Schön, wenn einem Entscheidungen so leicht gemacht werden.

Eine gute Stunde vor dem Startschuss hatte ich meine Startnummer für den 7,5 Kilometer langen Stadtlauf in Offenburg abgeholt und war bereit zum lockeren Warmlaufen. Weil auf der Strecke der Halbmarathon noch in vollem Gange war und mir rund um die Strecke so viel Gewusel war, hab ich zum Aufwärmen den Park unterhalb der Stadtmauer gewählt. Schattig, ruhig - genau das richtige für mich.
Bis Viertel vor Start locker rumgetrabt, dann noch mal schnell zum Pullern in die Hecken - die Bierflasche, die nach ihrem Flug von der Stadtmauer knapp einen Meter neben mir einschlug, sollte das negativste Erlebnis des Tages bleiben - und dann ab in Richtung Startaufstellung.

Die letzten Finisher des Halbmarathons verzögerten den Start noch eine Weile. Zeit genug, um nochmal ordentlich Flüssigkeit nachzutanken und sich von Frau und Kinder, die mittlerweile ebenfalls an die Strecke gekommen waren, noch einmal viel Spaß und gute Beine für den bevorstehenden Lauf wünschen zu lassen.

Schon Minuten vor dem Startschuss verwandelte sich das Starterfeld in eine klatschende, hüpfende Masse und zu "Life is Life" (When we all give the power, we all give the best...) wurde sich richtiggehend in Stimmung getanzt. Schuss und los!

Im Mittelfeld gestartet war es nicht ganz einfach das richtige Tempo zu finden. An manchen Ecken wurde es doch recht eng und es verging einige Zeit, bis sich das Feld soweit auseinandergezogen hatte, dass man nicht bei jedem Schritt aufpassen musste, seinem Vordermann in die Hacken zu treten. Die erste Schleife durch die Innenstadt war quasi ein ständiges Überholen und Überholtwerden. Der Blick auf die Uhr nach dem ersten Kilometer ließ all meine Warnlampen hell erleuchten: 4:45 - viel zu schnell! Wieder einmal habe ich mich von der allgemeinen Starteuphorie mitreißen lassen.
Also schnell wieder einen Gang zurückgeschaltet und den richtigen Rhythmus zu finden versucht.

Das schöne am Offenburger Stadtlauf ist die Tatsache, dass man, bedingt durch die 2-schleifige Streckenführung, in jeder Runde zwei mal bei Start und Ziel vorbeikommt und so viel mehr die tolle Atmosphäre neben der Strecke genießen kann.

Der Rest des Laufes verlief dann relativ unspektakulär. Viele Läufer, die vor mir gestartet waren oder mich in der ersten Runde überholten, hatten mittlerweile ihre Liebe zum Walken entdeckt. Irgendwann gegen Ende der 2. Runde kam von hinten ein Radfahrer mit dem Ruf "Spitze kommt" angerauscht. Ob die Spitze links oder rechts vobeikommen möchte, ließ er allerdings offen. Aber auch diese Entscheidungsfindung dauerte nicht all zu lange, denn - WUSCH WUSCH - kurz darauf flog die Spitze schon in einem irren Tempo vorbei. Echt schnell, die Jungs. Hut ab!

Apropos Hut: Eine Kappe gegen die Sonne wäre nicht die schlechteste Idee gewesen.

Ungefähr einen Kilometer vor dem Ziel konnte ich das Tempo nochmal richtig anziehen und so einige Läufer ihrer Illusion berauben, sich vor mir über die Ziellinie retten zu können. Nach genau 39 Minuten lief ich durch's Ziel und war damit etwa 6 1/2 Minuten schneller und knapp 100 Plätze weiter vorne als im letzten Jahr. Und was mich am meisten freut: Ich war diesmal nicht der Letzte in meiner Altersklasse!
Unmittelbar nach dem Zieleinlauf tippte mir der nach mir ankommende uhrlose Zeitgenosse auf die Schulter und wollte wissen, wie schnell wir jetzt eigentlich waren. Da ich meine Antwort "Genau neunundreißig Minuten handgestoppt" ohne Atemnot rausbrachte bin ich mir im nachhinein ziemlich sicher: Da wär bestimmt noch mehr dringewesen...

Einige Erkenntnisse haben sich allerdings mittlerweile bei mir gefestigt:
- Ich muss entweder trainieren im Laufen aus einem Becher zu trinken oder beim nächsten Mal eine Nuckelflasche mitnehmen
- Sonnencreme in Verbindung mit Schweiß macht ganz viel Aua in den Augen

Fazit: Geil!

Bis zum nächsten Jahr...