Geroldsecker Nikolauslauf 2011

Submitted by steffen on Sa, 11/26/2011 - 22:46
Geroldsecker Nikolauslauf 2011

Mein Laufbericht vom Geroldsecker Nikolauslauf 2011

Vielleicht sollte dies mein letzter Volkslauf in 2011 gewesen sein.

Bei angenehmen herbstlichen 8° C im Schatten und geschätzten ebenso angenehmen 8,5° C in der prallen Sonne, fiel die Kleiderwahl diesmal entsprechend unkompliziert aus: Oben lang, unten kurz. Schwarz. Denn schwarz, so hab ich im Forum gelesen, ist die Farbe der Sieger. Ob damit die Kleider- oder die Hautfarbe gemeint ist - ich habe keine Ahnung.

Rechtzeitig vorm Start sortierte ich mich im ersten (und einzigen) Startblock ein und wartete mit fast 400 weiteren Läufern darauf, dass man uns endlich auf die 2x5 Kilometer-Strecke loslassen würde. Der Startschuss beendete das Warten. Zumindest für die Läufer in der ersten Reihe. Etwa 15 Sekunden nach dem offiziellen Rennstart überquerte ich die Startlinie.

Den Fehler vom Vorjahr - zu schnell loslaufen - wollte ich in diesem Jahr unbedingt vermeiden. Diesmal lief ich viel zu schnell los. 9 Minuten brauchte ich für die ersten beiden Kilometer. Wär's ein 5km-Lauf gewesen, dann hätte mich das nicht weiter gestört. Im Gegenteil. Aber so musste ich mich doch etwas bremsen, um nicht zu früh alle Körner zu verbrauchen.
Also etwas Tempo rausnehmen - schließlich wollen die restlichen 8 Kilometer auch noch gelaufen werden. Und die haben es in sich. Insgesamt schien die Rechnung aber vollkommen aufzugehen. Denn alle Läufer, die mich nach Kilometer 2 überholten, kamen nicht vor mir ins Ziel. Darunter auch der Kollege, der mich im letzten Jahr am Schluss noch überholen durfte.

In diesem Jahr hatte sich der Schotterweg eine ganz besondere Gemeinheit ausgedacht: Er war nass. Im flachen Verlauf stellte das keine größere Schwierigkeit dar. Aber die steile Rampe zum Waldweg hinauf war rutschig wie ... - keine Ahnung wie was. Verdammt rutschig eben. Entsprechend vorsichtig versuchte ich auf der Steigung keine größeren Steine zu treffen um ja keinen Stolperer oder gar Sturz hinzulegen. Hunderte von Kameraobjektiven können einen ganz schön unter Druck setzen...

Das flache Stück bis zur nächsten Steigung kam mir irgendwie kürzer vor als im Vorjahr. Oder war ich einfach nur schneller?
Am Brunnen wieder das bekannte Bild. Was treibt einen (mit Freiburger Kennzeichen) an einem Samstagnachmittag dazu nach Reichenbach zu fahren, um seine 586 Wasserkanister zu füllen? Langeweile? Kerl, kauf Dir Laufschuhe!

Noch ein wenig hügelige Strecke, dann meine Lieblingssteigung - die um die Linkskurve durch den Hohlweg, danach wieder ein paar hundert Meter flache Schotterpiste. Da war er: Der Abgrund. Auf diesem gar schrecklich steilen Bergabstück hatte ich im Vorjahr wohl die meiste Zeit verschenkt. Auch diesen Fehler wollte ich nicht unbedingt wiederholen. Trotz nassem und mit Wurzeln und Steinen gespicktem Untergrund lies ich es laufen - einfach Augen zu und durch. Es hat funktioniert. Ich kam unten an ohne mich auf die Fresse zu legen.

Dann kurz durch die Wiese und um die Kurve und fertig war die erste Runde. Knapp über 26 Minuten zeigte die Uhr - Kurs auf eine persönliche Bestzeit auf dieser Strecke? Es sah ganz danach aus.

Jetzt wollte ich noch etwas auf die Tube drücken; hatte aber leider keine dabei. Ich lief auf ein Läuferpaar auf, deren Tempo ich ungefähr passend für meine Zielzeit Richtung 52:xx einschätzte. Die nächsten beiden Kilometer liefen wir zusammen. Von hinten schlossen zwischenzeitlich zwei weitere Läufer und eine Läuferin auf, nach vorne verkürzten wir immer mehr den Abstand auf einen Schutterwälder Marathoni und eine Lauffreundin aus Neuried. Als diese beiden bei Kilometer 8 fast eingeholt waren erhöhte das Pärchen drastisch das Tempo und zog von dannen. Mir war das noch etwas zu früh für meinen Endspurt, also lies ich sie laufen. Marathoni behielt sein Tempo bei, Lauffreundin hing sich an das Pärchen. Als dann auch noch die Sololäuferin an mir vorbeizog, war mein sportlicher Ehrgeiz geweckt und ich zog ebenfalls an. Den Schutterwälder überholten wir zusammen und dann kam das 9er Schild. Horrido! Letzter Kilometer - letzte Reserven rausholen. Ein Stückchen flach, dann das Bergabstück, Monika - so stand es auf dem Shirt der Neuriederin - wird hier rechts überholt (und wieso kommen uns jetzt plötzlich Läufer entgegen?) und dann ging es zum zweiten Mal über die Wiese und den Pflasterweg in Richtung Ziel. Nein, nochmal wollte ich mich nicht im Endspurt abziehen lassen und von einem Mädel schon zweimal nicht!

Zieleinlauf. Fertig, aus, vorbei.

Der Barcode auf der Startnummer wird gescannt. Ich komm mir vor wie eine Packung Irgendwas an der Kasse vom Obi; wahrscheinlich haben sie dort die Scanner ausgeliehen. Ich drücke Stop auf der Uhr: 51:26 - neue persönliche Bestzeit über 10km. Hurra!

Dann kurz nachhause telefoniert, mit ein paar Bechern Tee (warm, süß) die halb erfrorenen Lebensgeister wiederbelebt und 10 Minuten unter die heiße Dusche gestellt. In der Umkleide hatte ich dann noch einen kurzen Plausch mit einem älteren Läufer, der extra aus Karlsruhe angereist war. Da der KSC zuhause mit 0:2 verloren hat, hat er ja auch nicht wirklich was verpasst.

Natürlich gab's zum Abschluss noch ein extra großes Stück Kuchen. Ich hat's mir ja schließlich verdient.