Hoch3-Firmenlauf 2011 Offenburg

Submitted by steffen on Fr, 07/22/2011 - 23:53
Der NewBalance RC760 ist weder wasserdicht noch schmutzabweisend...

Mein Laufbericht vom Hoch3-Firmenlauf 2011 in Offenburg

Laufen bei Hitze - das hatte ich trainiert. Laufen bei Sonnenschein - das hatte ich trainiert. Laufen bei 30° C im Schatten - auch das hatte ich trainiert. In der Sauna war ich. Sogar mehrmals. Natürlich nicht mit Tights und Laufschuhen. Und wofür?
Regen! Knapp eine Stunde vor dem geplanten Start schien die Welt untergehen zu wollen. Ein Platzregen, der selbst Noah zum Staunen gebracht hätte, zog gemütlich über das Gelände rings um den Königswaldsee dahin. Von dem Platz im Trockenen, an dem ich stand, konnte man die Startlinie in ungefähr 200m Entfernung nur noch erahnen.
Trotzdem pinnte ich mir die Startnummer ans Hemd und fummelte diese roten Bänder mit den Zeitmesschips in die Schnürung meiner Schuhe. "Na hoffentlich vertragen die Dinger sich mit dem Foot Pod", dachte ich mir noch. Denn dieses sollte der erste Wettlauf mit meiner neuen T3d werden.

Dann - ganz plötzlich - hatte auch Petrus Mitleid und drehte den Hahn ab.

Und es erklang eine Stimme aus weiter Ferne aber hell und klar. Fast engelsgleich verkündete sie: "Kommet zu mir, so kommet alle zu mir."
Also suchte ich mir einen schönen Platz in der Startaufstellung, fand einen Mitspieler vom Badminton und wartete - ein kurzes Schwätzchen haltend - auf den Startschuss. Als dieser endlich fiel und es losgehen sollte, passierte erstmal gar nichts. Bis das Feld in Schwung und ich über die Startlinie kam, verging etwa eine halbe Minute. Wenigstens war das Gedränge nicht ganz so doll wie im Vorjahr, als ich viel weiter hinten gestartet war. Eine riesige Pfütze sorgte dann nochmal für eine kurze Stockung des Laufflusses. Die Wenigstens wollten schon hier - gerade einmal zwei-dreihundert Meter nach dem Start - ihre Schuhe durchnässen.

Aber danach gings erstmal reibungslos weiter. Die Suunto am Handgelenk zeigte mir nach einem halben Kilometer eine durchschnittliche Pace von 4:50 an. Viel schneller, als ich die erste Runde angehen wollte. Aber kurzerhand kippte ich meine Planung über Bord und beschloss genau so weiter zu laufen und zu sehen, wo ich lande. Ich suchte mir - wie immer - einen Hasen, also einen Läufer mit dem gewünschten Tempo und versuchte ganz ruhig und gleichmäßig ihm zu folgen.
Dann kam das Waldstück. Der erste Teil, nämlich der mit dem plattgewalzten Schotter, war zwar nass, aber es lief sich genauso wie bei Trockenheit. Das änderte sich schlagartig, als der Weg auf die Wurzelpassage abbog. Der Boden war aufgeweicht und jede Menge Pfützen verengten den Weg. Und sie taten es immer schön abwechselnd, mal links, mal rechts. Die Läufer vor mir zickzackten um die Löcher herum und ich probierte das erst mal auch. Allerdings stellte ich gleich darauf fest, dass es an den Rändern der Pfützen, da abschüssig, schon ziemlich rutschig war. Und so beschloss ich den kürzeren Weg vorzuziehen - direkt geradeaus durch die Pfützen. Ich müsste lügen wenn ich behaupten würde, dass mir das keinen Spaß gemacht hat. Außerdem war der aufspritzende Schlamm angenehm kühl. Trotzdem hat dieses Teilstück die Pace etwas gedrückt. Meinen Hasen habe ich dabei natürlich ebenfalls überholt und hinter mir gelassen. Aber es gab ja noch genügend andere.
Dann kam wieder Asphalt; zwar mit Laub bedeckt, aber ausreichend griffig. 2 Kurven weiter bog ich dann zum ersten mal auf die Start-Zielgerade ein. Auf diesem leicht abschüssigen Teil der Strecke kann man im Endspurt nochmal ordentlich Tempo machen. Freunde an der Strecke - schön Euch zu sehen - und mit einem Zwischensprint geht es in die zweite Runde. Kurzer Blick auf die Uhr: 13:56 - neuer persönlicher Rundenrekord.
Am Wasserstand griff ich mir im Vorbeilaufen einen Becher und - weil ich immer noch nicht gelernt habe im Laufen aus einem Becher zu trinken - goss ihn mir über den Kopf. Ah, das tat gut. Warum haben die hier keine Ein-Liter-Becher?
In Runde zwei lies sich auch die Sonne wieder blicken. Als hätte sie was gut zu machen brannte sie herunter. Weite Teile des Asphalts waren bereits wieder trocken.
Im Wald hatten die Sonnenstrahlen allerdings keine Chance. Der Weg hatte sich, nach dem Besuch von knapp 1000 paar Laufschuhen, noch mal etwas verwandelt. Jetzt war es eine durchgehende Matschstrecke mit Schlammpfützen. Also wieder: Augen zu und durch. Bestimmt zog ich damit wieder den Unmut einiger Mitläufer auf mich. Aber was sollte ich machen - es spritzte einfach zu schön.
Dann kam wieder die vorletzte und kurz danach die letzte Kurve. Auch die Freunde an der Strecke kamen wieder ins Blickfeld, aber - "Hey, wo schaut Ihr hin? Ich bin hier, nicht dahinten." - die rechneten wohl noch nicht mit mir.
Zum letzten Mal die Zielgerade runter - Endspurt - Ziel - Stoppuhr stoppen - Wasser - Sauerstoffzelt. Wie, keins da?
Na egal. Dieses Jahr hab ich für die Strecke 27:18 Minuten gebraucht und war damit über 3 1/2 Minuten schneller als im letzten Jahr. Der Sieger lief übrigens fast 10 Minuten vor mir durchs Ziel - hatte aber unterwegs bestimmt nicht so viel Spaß wie ich...