Wenn zarte Schenkel leiden

Submitted by steffen on Di, 08/14/2012 - 22:01

Oder: Der sich den Wolf läuft

Sommer, Palmen, Sonnenschein! Auch wenn Palmen nicht unbedingt zum üblichen Bewuchs im Offenburger Stadtwald zählen, der Rest hat gepasst. Drückend schwüle 25°C waren gerade noch so als angenehm genug zu empfinden, um heute mal wieder die 10 Kilometer lange Baggerseerunde unter die Füße zu nehmen. So der Plan.

Auch im relativ gemäßigten 5:30er Tempo im Schatten der Bäume war ich bereits nach 3 Kilometern klatschnass geschwitz. Die Brühe lief nur so an mir runter. Im Wald weht eben auch kein kühlendes Lüftchen. Von einem fiesen Gegenwindchen ganz zu schweigen. Ich weiß schon, warum ich lieber draußen zwischen Feldern und Wiesen laufe; selbst wenn mir dort der Planet gnadenlos auf's Haupthaar niederbrennt.

Wäre, würde, hätte - aber zu spät. Ab ungefähr der Hälfte der Strecke machte sich ein leichtes Brennen an den Innenseiten beider Oberschenkel bemerkbar. Bei jedem Schritt rieben sie sich genüsslich aneinander; so als wollten Sie mir damit sagen: Du solltest vielleicht doch endlich mal damit aufhören nicht mehr abzunehmen!

Bei der Pinkelpause bei Kilometer 7 - das Brennen hatte mittlerweile seine Leichtigkeit eingebüßt - hatte ich ausgiebig Gelegenheit mir das ganze Ausmaß der Zerstörung zu betrachten: beide Oberschenkelinnenseiten sahen aus, als hätte sie ein Schlosserlehrling im ersten Ausbildungsjahr - welches er nicht beenden wird - übermotiviert mit einer Schruppfeile bearbeitet. Knallrot wund gescheuert! "Un grand malheur!", wie meine französischen Lauffreunde, wenn ich denn welche hätte, zu sagen pflegen.

Die restlichen 3 Kilometer zurück zum Parkplatz war ich dann ständig damit beschäftigt, die Shorts zwischen den Beinen so weit nach unten zu zupfen, dass die Oberschenkel nicht mehr direkt aneinander reiben konnten. Zum Glück hat mich niemand gesehen. Hoffe ich zumindest.

Wäre ich als Kind/Jugendlicher doch bloß im Fußballverein gewesen. Denn dann hätte ich heute prima O-Beine, und dann würde mir so etwas heute nicht mehr passieren.

Beim nächsten Mal gehts dann eben wieder raus in die pralle Sonne - denn für Tights ist es mir im Augenblick zu warm. Und bis dahin wird Babypuder mein bester Freund sein...

(10 km / 56 min)