Endlich wieder Höhenmeter

Submitted by steffen on Mo, 03/12/2012 - 13:32

Oder: Zum Glück geht's ab jetzt nur noch bergab

Wäre mein Opa ein Läufer, würde er neuerdings in der AK M90 starten. Er ist aber kein Läufer - was ihn aber nicht sonderlich vom Feiern abhält. Seine Geburtstagsfeier am Samstag Abend war der Grund, warum ich am Sonntag mal wieder etwas Abwechslung in Form von ein ein paar Steigungen in mein Training einbauen konnte. Kurzurlaub in der Pfalz!

Schon vorher hatte ich mir im Internet eine schöne Strecke zusammengezimmert. Von Kleinbundenbach aus sollte es über etwas mehr aus 12 Kilometer in einer großen Schleife über Großbundenbach, Mörsbach und Käshofen wieder zurück zum Ausgangspunkt gehen. Anfangs freute ich mich darauf, endlich wieder ein paar Höhenmeter unter die Füße zu bekommen. Aber scheinbar bin ich durch das andauernde Laufen flacher Strecken im Ried schon zu sehr verweichlicht, denn schon nach der ersten kilometerlangen Steigung wich die Freude einem eher neutralen Gefühl der Ernüchterung. Oder steckte mir der Vorabend noch zu sehr in den Beinen?

Zeit zum Nachdenken hatte ich auf der zweieinhalb Kilometer Gefällestrecke hinunter ins Tal, dem tiefsten Punkt der Strecke. Locker und mit einem - für meine Verhältnisse - relativ niedrigen Puls trabte ich dem nächsten Anstieg entgegen. Die knapp anderthalb Kilometer lange Steigung nach Mörsbach hoch sollte die längste Einzelsteigung der Runde werden. Aber schon nach weniger als einem Viertel davon war ich bereits klatschnass. Hauptsächlich am unteren Rücken. Doch so arg geschwitz hatte ich bis hierhin doch gar nicht. Na sowas...

Was war passiert? Irgendwo unterwegs hatte sich der Deckel der kleinen Trinkflasche, die ich in der Rückentasche hatte, geöffnet und hatte die Hälfte der Flüssigreserve über den restlichen Inhalt der Tasche verteilt. Bis zu dem Zeitpunkt hätte ich nicht gedacht, dass so ein iPod nano I wasserdicht ist. Nicht schlecht!

Irgendwann erreichte ich die Höhenstraße in Richtung Landstuhl, die mich zum höchsten Punkt der Strecke, dem Käshofer Wasserturm führen sollte. Unterwegs spielte ich mehrmals mit dem Gedanken in die Politik zu wechseln, mit dem einzigen erstrebenswerten Ziel, den autofreien Sonntag wieder bundesweit einzuführen. Naja, der Ehrensold wäre vielleicht auch nicht ganz ohne Reiz; wieviele Laufschuhe man sich davon leisten könnte...

Das Schlussdrittel ging dann wieder etwas flotter. Die letzten Steigungen zwischen Käshofen und Kleinbundenbach nutzte ich für kleine Zwischensprints, auf den Gefällestrecken nahm ich dann wieder das Tempo raus. Auf diesem Teilstück schlummern übrigens geschätze 10% der Weltjahresproduktion an Glasflaschen im Straßengraben. Ein wahres El'Dorado für jeden leidenschaftlichen Pfandsammler!

Am Ende war ich froh, dass sich mein Halbmarathon in Freiburg auf einer brettebenen Strecke abspielen würde. Trotzdem will ich in Zukunft versuchen wenigstens einmal im Monat einen Lauf in hügeliger Umgebung zu machen.

Bilanz dieses Laufs: 12,3 Kilometer, 78 Minuten, 3 neue Blasen