Geroldsecker Nikolauslauf 2010

Submitted by steffen on Sa, 11/20/2010 - 20:55
Geroldsecker Nikolauslauf  2010 (Foto: © Marc Spitzmüller / SF Müllen)

Mein Laufbericht vom Geroldsecker Nikolauslauf 2010

Als vorläufigen Höhepunkt meiner Läuferkarriere habe ich mir als ersten "Wettkampf" über die 10km-Distanz den Geroldsecker Nikolauslauf ausgesucht. Zusammen mit Jessy, die ich mit einer kleinen Wette zur Teilnahme nötigen musste, Sascha und Dieter aus meinem Sportverein und über 300 weiteren Laufschuhträgern, stand ich, mit Startnummer versehen, gut aufgewärmt und ausreichend motiviert am Start.

Zu Beginn lies ich mich von der allgemeinen Starteuphorie wohl etwas zu sehr mitreißen. Bei Kilometer 2 standen exakt 10 Minuten auf der Uhr - ein Tempo, das ich im Training noch nie gelaufen war. Zumindest nicht über eine Strecke von 10 Kilometern. Deshalb nahm ich etwas Geschwindigkeit raus und wurde prompt von Sascha überholt, der ganz locker sein Tempo zu laufen schien, während ich bereits jetzt aus dem letzten Loch pfiff! Sollte Fußball im Vergleich zu Badminton doch förderlicher hinsichtlich der Ausdauerleistung sein? Ich mag es kaum glauben.

Trotzdem versuchte ich mit ihm mitzuhalten, was mir schließlich auch gelang. Wir fanden einen idealen Rhytmus, der allerdings zwischenzeitlich von einem heftigst schnaufenden Mitläufer gestört wurde. Mit einer kleinen Tempoverschärfung konnte auch dieses Problem beseitigt werden. Dann folgte die steile Schotterrampe, die meinen Puls locker 15 Schläge nach oben trieb, und der anschließende hügelige Weg zurück zu Start und Ziel. Das lief recht geschmeidig. Abgesehen von dem letzten steilen Stück bergab, wo ich von einigen Läufern mit einer ganz offensichtlich lebensverneinenden Einstellung regelrecht verblasen wurde.

Nach der ersten Runde, die wir in 28:18 gelaufen sind, setzte ich mich vor Sascha, um auch mal ein wenig Führungsarbeit zu leisten. Die ersten Kilometer auf dem Radweg liefen wieder prächtig. Irgendwann drehte ich mich kurz zu Sascha um und staunte nicht schlecht: Er hatte sich verwandelt. Vorhin trug er noch ein blaues Shirt, jetzt war's auf einmal schwarz. Auch schien er älter geworden zu sein. Komische Dinge geschehen hier...
Der weitere Verlauf der Runde war ein ständiges überholen und wieder überholt werden. Von der Quälerei in der ersten Runde war nix mehr geblieben; dieser Abschnitt des Laufs hat mir am meisten Spaß gemacht. Am letzten Anstieg konnte ich mit einer schier unmenschlich erscheinenden Steigerung des Tempos meinen Verfolger zwar nicht abschütteln, aber mit ihm im Schlepptau überholte ich noch eine ganze Reihe von Läufern. Wenn ich diese damit endgültig demotiviert haben sollte, so möchte ich mich an dieser Stelle offiziell entschuldigen: Ich mach das bestimmt nie wieder! Vielleicht...

Im letzten Bergab-Stück versuchte ich es diesmal einfach rollen zu lassen, was mir zwar schon besser gelang als in der Runde zuvor, aber trotzdem nicht ganz reichte, um meinen Verfolger hinter mir zu halten. Hier zog er zum letzten Mal und diesmal endgültig an mir vorbei. Ich konnte zwar wieder zu ihm aufschließen, aber mehr auch nicht.
Die Uhr blieb nach 10 Kilometern bei 54:20 stehen und ich war stolz wie Bolle: Hurra, mein erster 10er!!! Es reichte insgesamt für Platz 236 von 318 ins Ziel gekommenen Läufern. Eine Minute nach mir lief Sascha durchs Ziel und mit einer Zeit von knapp über einer Stunde erst Jessy und dann Dieter.

Dann gab's erstmal warmen Tee, eine heiße Dusche und anschließend natürlich Kaffee und Kuchen. Und auf das Essen beim Chinesen freu ich mich jetzt schon...

Bildquelle: © Marc Spitzmüller / Sportfreunde Müllen